S.I.S.M.E.L. – Società Internazionale per lo Studio del Medioevo Latino
BISLAM – Bibliotheca Scriptorum Latinorum Medii Recentiorisque Aevi
C.A.L.M.A. – Compendium Auctorum Latinorum Medii Aevi
MEL – Medioevo latino. Bollettino bibliografico della cultura europea sec. VI-XVI

 

FORSCHUNGSSTIPENDIEN
IM BEREICH MITTELLATEINISCHE PHILOLOGIE UND LITERATURGESCHICHTE

 

Im Rahmen ihres Programms zur Förderung von Studien zur Kultur des Mittelalters schreibt die S.I.S.M.E.L für den Bereich Philologie und Literaturgeschichte drei einjährige Stipendien für Studenten und Nachwuchswissenschaftler aus, von denen

zwei deutschen Muttersprachlern oder Kandidaten mit perfekten Deutschkenntnissen vorbehalten sind, um während ihres Arbeitsaufenthalts in den Redaktionen von BISLAM und MEL zu arbeiten, und

eins für die Mitarbeit in der Redaktion von C.A.L.M.A. vorgesehen ist.

Die Stipendien sind dazu gedacht, Forschungen und Studien zur mittellateinischen Philologie und Literaturgeschichte zu unterstützen. Im Besonderen ist dabei an Forschungsprojekte gedacht, die Computeranwendungen vorsehen. Das versteuerte Jahresstipendium beläuft sich für die Projekte BISLAM und MEL insgesamt auf € 12.000,00, für C.A.L.M.A. auf € 9.000,00.

Ausschreibungsreglement

Die Ausschreibung sieht eine schriftliche Bewerbung vor. Diese muss bis zum 15. Oktober 2005 (Datum des Poststempels) eingehen und folgende Unterlagen enthalten:

a)        Studienzeugnisse des Kandidaten und ein Lebenslauf mit einer Liste von eventuellen Publikationen;

b)       Publikationen, wissenschaftliche Arbeiten mit nicht mehr als 50 schreibmaschinen- oder computergeschriebenen Seiten und alle weiteren Dokumente, die der Kandidat einzureichen wünscht;

c)        zwei Empfehlungsschreiben von Forschern aus dem Bereich der mittellateinischen Forschung;

d)       eine Forschungsprojekt von nicht mehr als 700 Wörtern;

e)        Zeugnisse – in der Form, die der Kandidat für angebracht hält –

e1)   über sichere Kenntnisse der deutschen und lateinischen Sprache für die Bewerber der Stipendien der Redaktionen von BISLAM und MEL sowie über Grundkenntnisse der Computerbenutzung, bzw.

e2)   über sichere Kenntnisse des Italienischen, des Lateinischen und mindestens einer anderen Fremdsprache (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch oder Portugiesisch) für die Bewerber des Stipendiums von C.A.L.M.A. sowie über Grundkenntnisse der Computerbenutzung.

Die Kandidaten müssen ihrer Bewerbung einen ungefähren Zeitplan ihres Florenzaufenthalts mit dem voraussichtlichen Ankunftsdatum beilegen. Die Kandidaten können außerdem angeben, in welchem Projektbereich (BISLAM oder MEL) sie mitarbeiten möchten. Die letzte Entscheidung ist allerdings der im Folgenden genannten Kommission vorbehalten.

Alle Schriftstücke müssen dreifach eingereicht werden. Eine von der S.I.S.M.E.L. ernannte Kommission mit drei Mitgliedern unter Vorsitz des Präsidenten wird die Bewerbungen begutachten, u. U. die ausgewählten Kandidaten zu einem Vorstellungsgespräch einladen und am Ende die Gewinner benennen. Das Urteil der Kommission ist unanfechtbar.

Stipendienreglement

1.        Der Schulungsplan des Stipendiaten wird vom leitenden Gremium der Sektion Bibliographie und Onomastik und der wissenschaftlichen Verantwortlichen von BISLAM, C.A.L.M.A. und MEL erarbeitet.

2.        Der Stipendiat kann für seine eigenen Studien Bibliothek und technische Ausrüstung des Institutes frei benutzen.

3.        Jedes einzelne Stipendium sieht ein Praktikum von insgesamt 800 Stunden vor, das in Florenz in einem maximalen Zeitraum von 12 Monaten abzuleisten ist und im Besonderen dazu gedacht ist, die Stipendiaten in die zentralen Redaktionen von BISLAM, C.A.L.M.A. und MEL einzuarbeiten. Der Zeitplan des Praktikums wird vom leitenden Gremium der Sektion Bibliographie und Onomastik auch unter Berücksichtigung der jeweiligen Angaben des Kandidaten festgelegt und jedem Stipendiaten bei der Zuteilung des Stipendiums mitgeteilt. Die Geldleistungen des Stipendiums werden ab dem ersten Tag des Monats, zu dem der Stipendiat sein Stipendium antritt, ausgegeben. Die Bezahlung erfolgt dabei in Raten, deren zeitliche Abfolge dem Stipendiaten vorher mitgeteilt wird.

4.        Zudem ist der Stipendiat gehalten, einem eigenen Forschungsprojekt nachzugehen, zu dem ihm ein Tutor seitens des wissenschaftlichen Beirats der S.I.S.M.E.L. benannt wird.

5.        Das leitende Gremium der Sektion Bibliographie und Onomastik wird eine dreiköpfige Kommission benennen, die die Arbeit des Stipendiaten in itinere begutachtet. Es ist eine Probezeit von einem Monat vorgesehen, in der es der Kommission möglich, dem Präsidenten der S.I.S.M.E.L. die vorzeitige Beendigung des Stipendiums zu empfehlen.

6.        Es wird von dem Stipendiaten erwartet, dass er sich an den Forschungsarbeiten der S.I.S.M.E.L. beteiligt. Alle während seines Aufenthaltes angefertigten Mikrofilme und Computerdateien müssen der S.I.S.M.E.L. am Ende ausgehändigt werden. Die S.I.S.M.E.L. wird einen Teil der Kosten abdecken, die dem Stipendiaten für seine eigenen Forschungen entstehen. Eine solche Kostenbeteiligung unterliegt jedoch der jeweiligen Genehmigung durch den Direktor des Institutes.

 

Florenz, den 15. Juli 2005

Der Präsident

(Prof. C. Leonardi)